Landpartie nullneun
Die Literarische Jahresanthologie des Hildesheimer Studiengangs
Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus
Florian Balle
Auszug aus „Marmoration für Lächer“

Deine Hände waren immer: Ich-will-haben-Hände. Extrem eckig Deine Bewegungen, ohne jede Ziselierung. Filet von filigran: Ich sah die äußerste Filigranität Deiner Bewegungen bei der Zubereitung unseres Filet Mignons. Wie Du Dich in einem Moment des psychologischen Weitsprungs innerhalb extremster Geistesgegenwart bezwungen. Der entsetzlichste Moment war für mich der erste Bissen von der Gabel, sauer und schrecklich, genommen und tat weh, wegen der spitzen Zinken der Gabel. Und Tag, erschienen in lauten Tönen, als ich zu Dir kam. Ich sprach über Deine Rauchgewohnheiten. Es gibt nichts Konservativeres und Verstockteres als Deine Raucherei. Immer dieses Qualm in den Mund und wieder hinaus-Geblase. Und dann dieses Qualm in den Mund, dann in die Nase und dann wieder hinaus-Geblase. Und dann dieses Qualm in die Nase und dann in den Mund und dann wieder hinaus-Geblase. Mund, Mund, Mund. Qualm, Qualm, Qualm. Nase, Nase, Nase. Es gibt für mich nichts Konservativeres und Verstockteres: den eigenen Trieb gegen die eigene Natur ausleben. Es gibt nichts Schlimmeres. Es gibt nichts Schlimmeres.
Er war zu weit allein. Zu weit allein gewesen. Und jetzt, da er einmal ist, geht er hinaus in die Welt und alle anderen müssen es ausbaden. Die Abrechnung kommt noch, schreibt Lächer. Jetzt ist die beste Zeit dazu.